Plasmatechnik

Die Plasmatechnik ist heute eines der wichtigsten Werkzeuge zur Herstellung hochwertiger dünner Schichten und folglich Schlüssel für innovative Oberflächen oder neue Produkte.

Die zum Einsatz kommenden Plasmen sind so genannte Niedertemperatur-Plasmen im Gasdruckbereich vom Feinvakuum bis hin zu Subatmosphärendruck. Die Verwendung solcher Plasmen ermöglicht eine schonende und kontrollierte Prozessführung.

Die individuelle Einstellung von Gaszusammensetzung, Energieeintrag und weiteren Prozessparametern ermöglicht ein breites Spektrum chemischer, physikalischer und biologischer Oberflächenmodifikationen.

Die Plasmateilchen bewegen sich im elektromagnetischen Feld und modifizieren hierbei die textilen Substrate, die sich im Plasma befinden. Zu den Modifikationen gehören die Oberflächenaktivierung durch das Aufbrechen von Bindungen, um reaktive Stellen zu bilden, die Erzeugung von chemisch funktionellen Gruppen, das Verdampfen und Entfernen von Material (ätzen), das Ablösen von Oberflächenverunreinigungen (reinigen bzw. entfetten) und das Aufbringen von dünnen Beschichtungen (Kratzschutzschichten).

Durch die Wechselwirkung des Plasmas mit der Oberfläche des Materials wird letzteres mit den neuen gewünschten Eigenschaften ausgestattet, ohne negative Auswirkungen auf die grundlegenden Materialeigenschaften der Faser zu haben.

Plasma-Prozesse lassen sich bei optimaler Gestaltung ressourcenschonend umsetzen und verbrauchen im Vergleich zu anderen oberflächenschützenden Verfahren, wie z. B. dem Lackieren, deutlich weniger Rohstoffe. Darüber hinaus können Produktionsprozesse vereinfacht und unter ökologischen Aspekten optimiert werden.

Ein zusätzliches Potential bieten darüber hinaus die durch die Erzeugung von härteren, verschleißfesteren Oberflächenschichten im Innen- und Außenbereich mögliche konstruktiven Optimierungen und somit Verringerungen der Bauteilgewichte (und damit die Verringerung des Treibstoffverbrauchs) da eine funktionelle Trennung zwischen Schutz- und Tragesystem konsequent umgesetzt werden kann.